Kulturfest

Freitag, 13. Juni 2014, Ort: Schulhaus Altenburg

 

Die Welt zu Gast auf dem Pausenplatz Altenburg

Text: Beat Camenzind, Vater von zwei Altenburg-Schülerinnen
Fotos: Anouk Holthuizen, Mutter von zwei Altenburg-Schülerinnen

Immer wenn Schulleiter Messmer zum Mikrofon greift, ist was los. Meistens ist dann Sporttag, eine Rangverkündigung. Am Freitag, 13. Juni, wars aber was ganz besonderes. Nein, keine schwarze Katze auf dem Pausenplatz. Sondern ein farbiges Gewusel von Kindern in Trachten aus aller Welt. Sie machten den Pausenplatz zu einem Mini-Babylon. Es war das «Fest der Kulturen» und Messmer mittendrin war der «MC», der Zeremonienmeister.

Die Eltern hatten gekocht: Auf dem 50 Meter langen Buffet warteten Baklava, Gulasch, Sushi, Yams, Lucum, Falafel, Tsatsiki, Quiche, Cupavci auf hungrige Mäuler. Hinter dem Büffet standen Mütter aus Frankreich, Indien, der Schweiz, Japan, Deutschland und schaufelten grosszügige Portionen auf die Plastikteller. (Der Getränkestand im Vergleich dazu nüchtern Schweizerisch mit Bier, Wein, Limonade - fertig.)

Für das Fest hatten sich 17 Schulklassen in der Projektwoche mit einem Herkunftsland oder -kontinent eines Mitschülers auseinandergesetzt. Mamis und Papis waren in die Klassen gekommen, um mit den Kindern zu kochen, basteln, lesen, nähen. So wurden die Schulkinder zu kleinen Afrika-, Balkan-, Südamerika-Experten. Ihr Wissen präsentierten sie in Attraktionen verpackt an ihrem «Marktstand» auf dem Pausenplatz.

Da konnte man bei den Deutschen mit ferngesteuerten Autos auf dem Nürburgring rasen, bei den Spaniern Torwandschiessen oder bei den Schweizern Käsebilder angucken. Ein Quiz führte zu allen Ständen, wo man sich die Antworten erlesen oder erfragen konnte. Als erster Preis winkte ein Essen für die ganze Familie in der Nobelbeiz. Englischlehrerin Miss Jenny hatte alle Hände voll zu tun beim Auswerten.

Damit war für Kopf und Bauch gesorgt. Für Aug und Ohr gabs ein Show-Programm: Gepflegter Paartanz aus Portugal, Bollywood-Tanz aus Indien, Bauchtanz aus der Türkei, Schneewalzer aus Österreich. Die Kinder sangen und tanzten in bunten Kostümen. Gab es zu wenig Mädchen in der Klasse, trugen die Jungs die Mädchentracht mit Fassung, auch wenn es eine Österreichische war. «Hat da jemand «Conchita Wurst» gesagt?!? Strafaufgabe!!!»

Dann kam der Regen. Und er machte aus einem perfekt durch organisierten Fest eine wilde und fröhliche Kinderparty, die bis spät dauern sollte. Und wenn man ganz still ist, hört man das Echo von Shakiras «Lalalalala, lalalalala, lalalalala, la - ora», noch jetzt ganz leise seine Runden durchs Schulhaus drehen.