Schulhauskultur

Die aktuelle gesellschaftliche Wirklichkeit ist geprägt von hohen Ansprüchen an Eltern und Schule und der Neigung wechselseitig Kompetenz und Autorität zu hinterfragen. Diese Tendenzen begünstigen Disziplinar-, Gewalt- und Vandalismusphänomene in den Schulen. Mit einer sorgfältigen Kooperation zwischen Lehrpersonen und Eltern muss wechselseitiger Respekt und Vertrauen aufgebaut und gemeinsam ein orientierender Rahmen für Kinder sichergestellt werden. Disziplinar-, Gewalt- und Vandalismusvorfälle sind für eine Schule nicht nur Situationen in denen mit Sanktionen die gültige Ordnung durchgesetzt werden muss. Solche Vorfälle sind günstige Gelegenheiten, um wichtige Lern- und Entwicklungsprozesse bei den Kindern anzustossen. Die Art wie wir mit solchen Situationen umgehen, hat Vorbildcharakter und ist darauf ausgerichtet die Kinder in der Entwicklung ihrer Selbststeuerungskompetenz zu unterstützen.

Careteam

In den letzten Jahren haben die Schulleitung und mehrere Lehrpersonen in Zusammenarbeit mit dem Schulsozialarbeiter und den betroffenen Eltern einen konstruktiven Umgang mit Gewalt- und Vandalismusvorfällen kontinuierlich weiterentwickelt. Aus diesen Erfahrungen heraus haben wir nützliche Haltungen und Vorgehensweisen herauskristallisiert, die durch die Schaffung des „Careteams“ auf Beginn des Schuljahrs 2011-12 noch mehr im Team und bei den Eltern verankert werden können.
Das Careteam-Altenburg besteht aus einer Vertretung der Lehrpersonen (Gisela Neumann), der Schulleiterin (Sonja Bachmann) und in beratender Rolle dem Schulsozialarbeiter (Michael Kurz).

Handlungsbereiche des Careteams

  • Unterstützung der Lehrpersonen aufgrund von Beobachtungen: Unterstützung anbieten und Möglichkeiten aufzeigen
  • Unterstützung der Lehrpersonen auf Anfrage
  • Interventionen bei Schulvorfällen (Vandalismus, Vorfälle ohne Beobachter, siehe Beispiele)
  • Entwicklung von Formen der Mitwirkung und der Inverantwortungnahme der SchülerInnnen bei der Lösungssuche

Handlungsprinzipien

  • Neue Autorität: Wir orientieren uns in unserer Arbeit an den systemischen Grundprinzipien der „Neuen Autorität“ nach Haim Omer und integrieren auch andere methodische Vorgehensweisen, meist aus dem Bereich des lösungs- und ressourcenorientieren Ansatzes.
  • Erwachsenenkooperation und –präsenz: Es ist unser zentrales Anliegen, die Kooperation der Erwachsenen zu stärken und die Präsenz und wachsame Sorge der Erwachsenen zu erhöhen, vor allem bei Vorfällen in Pausen und schulangrenzender Freizeit. In der gelingenden Zusammenarbeit von Lehrpersonen untereinander und Eltern mit Lehrpersonen liegt der Schlüssel für gelingende Interventionen, da den Kindern so klare Signale gesendet werden können. Sie spüren, dass die Erwachsen da sind und gemeinsam Sorge für ihre persönliche Entwicklung, aber auch für die Umgangsnormen im und um das Schulhaus tragen.
  • Logische Konsequenzen: Wir arbeiten vorzugsweise mit logischen Konsequenzen und Wiedergutmachungen, da diese auf einen nachhaltigeren Lern- und Veränderungsprozess ausgerichtet sind und respektvolle Beziehungen begünstigen. Wir nehmen die SchülerInnen so auch in die Mitverantwortung für die Entwicklung und Erhaltung unserer Schulhauskultur und unserer Werte. Zugleich schulen und trainieren wir dabei ihre Sozial- und Selbstkompetenz.

Fallbeispiele 

Beispiele unserer Fallarbeit finden Sie hier:

Kontakt zum Careteam?

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